Hallo lieber Besucher:innen,
in diesem Bereich meiner Webseite theailawyer.org finden sich ausschließlich durch mich erstellte Inhalte – KI-generierte Inhalte finden hier keinen Einzug.
Damit schaffe ich einen Raum auf dieser Seite, um meine persönlichen Sichtweisen und Kommentare platzieren zu können. Zudem erkläre ich in diesem Bereich die Hintergründe und die Zwecke dieses Projektes.
Warum habe ich theailawyer.org geschaffen
Als Rechtsanwalt hatte ich lange Zeit in erster Linie dergestalt mit IT-Fragestellungen zu tun, als dass ich als Anforderer für Rechts- und Complianceapplikationen gegenüber einer IT-Abteilung oder einem externen Anbieter agiert habe. Ich habe dann (oft wochenlang) auf die Ergebnisse der IT-Abteilung oder eines externen Anbieters gewartet. Ich war in der Regel froh, wenn mein Computer funktioniert hat und ich meine Arbeit und Privatleben mit etwas IT-Unterstützung vereinfachen konnte. Ich hatte auch nie ein ausgewiesenes Interesse an den technischen Aspekten zu diesem Thema. Zu mühsam und abstrakt kam mir diese Welt vor und ich ging davon aus, dass dies für immer so bleiben würde.
Nachdem ich im Jahr 2018 meine aktuelle Funktion im Bereich des Datenschutzes aufnahm, befasste ich mich zwangsläufig etwas intensiver mit dem Thema Daten und IT-Systeme. Aber ein tieferes Interesse an IT-Themen kam dadurch nicht bei mir auf.
Nachdem OpenAI ChatGPT basierend auf GPT-3.5 im November 2022 veröffentlicht hatte, drangen die Verlautbarung über die KI-Revolution auch zu mir vor und ich begann, mich mit dem Thema Anfang 2023 näher zu befassen.
So wie es wohl den meisten von uns ergangen ist, war ich sehr beeindruckt und fasziniert von den Ergebnissen, die nun durch die Sprachmodelle ausgeworfen wurden. Das Feuer war entfacht. Insbesondere fand ich es spannend, darüber nachzudenken und mich auszutauschen, wie diese neue Technologie sinnvoll in meinem Arbeitsalltag und in große Unternehmensorganisationen eingesetzt werden kann und habe mit meinem Team einige Projekte dazu durchgeführt.
Dann kam der Januar 2026: ich erfuhr durch meine Informationskanäle von Claude Code und habe nicht gezögert, mir den etwas kostspieligeren Account zuzulegen. Diese Erfahrung verändert meine Sichtweise auf das Thema grundlegend. Seit Mitte Januar verbringe ich nun viel Zeit damit, die unterschiedlichsten Projekte mit Claude zu betreiben.
Die Webseite theailawyer.org ist eines der Ergebnisse meiner Versuche, mit Claude Code produktiv zu werden.
Hätte mir vor ein paar Wochen jemand erklärt, dass ich selber eine Webseite bauen und betreiben könnte, dann hätte ich ihn wohl schlicht ausgelacht. Heute weiß ich, dass JEDER (einigermaßen affine und neugierige) Mensch mit einem Computer und Internetzugang eine Webseite bauen und betreiben kann.
Somit verfolge ich mit dieser Webseite zwei Zwecke: Zum einen dient sie mir als Experimentierfeld, um herauszufinden und zu zeigen, was im Februar 2026 alles mit KI möglich ist. Zum anderen will ich mit dieser Webseite eine Plattform bieten, um die Nutzung von KI im juristischen Kontext zu beleuchten. Dieser Aspekt hat wiederum zwei Facetten für mich: 1. wie können Juristen KI direkt einsetzen, um effektiver zu arbeiten. 2. Wie können Juristen KI nutzen, um erforderliche Tools selbständig entwickeln und betreiben zu können.
Mein Experimentierfeld
Diese Webseite und auch deren Inhalte (bis ausdrücklich auf diesen Bereich) sind zu 100% KI-generiert. Ich habe nicht eine Silbe der Inhalte selber geschrieben und ich habe nicht eine Zeile Code dafür geschrieben. Die derzeit sichtbare Webseite ist das Ergebnis vieler Prompts und einiger Konversationen mit Claude, um die technischen Hürden zu überwinden. Ich werde die Webseite kontinuierlich verändern, sobald ich neue Ideen habe und diese technisch umsetzen kann.
Wie auch andere dies tun können? Einfach Claude (oder eine andere KI Eurer Wahl) fragen!
Informations- und Austauschplattform
Diese Webseite ist nicht für KI-Experten gedacht. Vielmehr will ich hier Informationen und Einschätzungen zum sinnhaften und effektiven Einsatz von KI im juristischen Bereich und insbesondere in Großunternehmen platzieren.
Mir ist natürlich die Kontroverse bewusst, dass ich hier eine KI die Frage beleuchten lasse, welche Auswirkungen die KI-Revolution auf die Tätigkeiten von Juristen:innen haben wird. Spannend wird es sein zu sehen, ob und wie die KI ihre eigene Rolle beurteilt und welche Zukunftsszenarien und Visionen sie uns aufzeigen wird. Wichtig ist mir klarzustellen, dass die Inhalte von einer KI generiert werden. Mein Eingreifen wird zunächst darin bestehen, die strategische Ausrichtung der Inhalte zu beeinflussen, wenn ich feststelle, dass dies erforderlich ist. Ich würde auch eingreifen, wenn objektiv falsche Informationen wiedergegeben werden sollten. Wenn ich inhaltliche Themen hinzufügen oder verändern will, dann gestalte ich meine Prompts stets so, dass sich die KI an gesicherten Informationen und Quellen ausrichten und wissenschaftliche Maßstäbe anwenden soll. Zudem soll es stets Nachweise und Referenzen geben, wenn das möglich ist.
Meine ersten Erfahrungen
Bereits nach den ersten Stunden meiner Gehversuche mit Claude Code war für mich klar, dass die KI-Revolution nunmehr tatsächlich angekommen ist und es nicht übertrieben ist, von einer Revolution zu sprechen. Ich würde zudem von einer regelrechten Befreiung sprechen. Mit den neuen Mitteln ist es möglich, Applikationen selbständig zu gestalten und auch in Betrieb zu nehmen. Der Kreativität scheinen kaum Grenzen gesetzt.
Als Juristen:innen waren wir stets (nur) die Anforderer für IT-Systeme. Wir mussten den IT-Kollegen oder externen Dienstleistern erklären, welche Tools, Workflows, Uploadfelder und Knöpfchen wir brauchen, um etwa ein Datenschutzmanagementsystem oder ein Business-Partner-Due-Diligence-Prozess zu digitalisieren. Wochen später haben wir Ergebnisse gesehen und das nächste Release stand dann wieder erst in vielen Monaten an.
Diese Zeiten sind wohl vorbei. Davon gehe ich fest aus. Compliance- und Legal-Applikationen lassen sich mit gutem Prompting (Vibe Coding) in überschaubarer Zeit zumindest in ein MVP-Stadium bringen und das macht sogar richtig Spaß. Ich habe in wenigen Stunden eine Familien-App (gemeinsame Einkaufsliste, gemeinsamer Kalender, gemeinsames Tracking von Ausgaben, Chatfunktion) geschaffen und diese synchron auf unsere Smartphones gebracht. Ich habe in wenigen Stunden das Grundgerüst für eine Datenschutzmanagementplattform gepromptet. Das Erstellen und Launchen dieser Webseite war ebenfalls in wenigen Arbeitsstunden erledigt. Ich bin bis dato an keine Grenzen dabei gestoßen und die KI hat mir keine Versprechungen zur Umsetzbarkeit gemacht, die final nicht eingehalten werden konnten.
Das ist der Grund, warum ich so voller Euphorie und Tatendrang bin. Mit dieser Technologie erreiche ich eine ganz neue Dimension der Effektivität, der Produktivität und der Kreativität. Es scheint keine Grenzen zu geben und mir werden Möglichkeiten eröffnet, von denen ich nicht zu träumen gewagt hätte. Es fühlt sich an, als würde eine unüberwindbare Hürde plötzlich fallen.
Vielleicht sind die Einschätzungen von Matt Schumer (Etwas Großes passiert) mit einer ordentlichen Portion Bay-Area-Hype versetzt. Aber einen substanziellen Kern sehe ich durchaus.
Ebenfalls sehr faszinierend sind die Entwicklungen rund um OpenClaw (https://openclaw.ai); hier kann man sich einen Agenten einrichten, der digitale Aufgaben (vom Bearbeiten der Inbox bis hin zur Pflege des eigenen Social Media Auftrittes) eigenständig übernimmt. Derzeit ergeben sich durch dieses Vorgehen erhebliche Sicherheitsfragestellungen, da der Agent weitreichende Berechtigungen des Users übernehmen muss, um diese Aufgaben ausführen zu können. Ich werde umgehend berichten, wenn ich mich dem Thema weiter angenähert habe.
Was bedeutet das für Rechts- und Complianceabteilungen in Unternehmen?
Die KI-getriebene Unterstützung von Juristen:innen bei kautelarjuristischen Aufgaben, beim Erfassen und Komprimieren von Sachverhalt, bei der Recherche nach Rechtsprechung und Kommentarmeinungen oder dem Erstellen von Schriftsätzen und Gutachten sollte mittlerweile auch bei den In-House Anwalt:innen angekommen sein. Etliche Anbieter haben sich in Stellung gebracht und bieten diese Dienste an, teilweise mit etwas anderen Vorzeichen und Fähigkeiten. Wir werden sehen, welche Anbieter den nun entstehenden Konkurrenzkampf überleben werden.
Noch spannender aus meiner Sicht ist die Frage nach der Zukunft der Entwickler und Anbieter für Rechts- und Compliancesoftware wie etwa EQS, Proxora oder OneTrust. Sollten die sich deutlich abzeichnenden Entwicklung weiter so bestätigen, dann können Compliance- und Rechtsabteilungen diese Software in naher Zukunft selbst konzipieren und operationalisieren. Dies hätte nicht nur Kostenvorteile für die Unternehmen. Die Unternehmen wären auch in der Lage, ein Tool exakt nach ihren Bedürfnissen zu gestalten und könnten sehr flexibel auf Anpassungsbedarfe reagieren, ohne auf träge externe Kräfte angewiesen zu sein. Zudem hätte man die vollständige Souveränität über seine Daten.
Unternehmen, die dieses Vorgehen beherrschen, haben einen enormen Wettbewerbsvorteil.
Selbstredend ist es mit der Erstellung eines ersten "theoretischen" Tools oder eines MVP nicht getan und es gibt einige Hürden zu nehmen, bis Endanwender im Unternehmen ein neues, selbstentwickeltes Tool operativ nutzen können. Im Fokus dürften dabei IT-Sicherheitsfragen, Dokumentations- und IT-Compliance stehen. Aber auch Fragen wie eine Qualitätssicherung und umfangreiche und dokumentierte Tests oder Fragen der kontinuierlichen Wartung müssen geklärt werden.
Die Anforderungen an die IT-Abteilungen zur Begleitung solcher Prozesse dürften sich damit deutlich verändern und der Erfolg oder Misserfolg solcher Projekte dürfte maßgeblich von einer funktionierende symbiotischen Zusammenarbeit zwischen Anforderern, internen IT/KI-Experten und weiteren Stakeholdern abhängen.
Was ich vor allem als große Herausforderung wahrnehme, ist die atemberaubende Geschwindigkeit der Entwicklung der Technologie und den damit einhergehenden Möglichkeiten. Aufgaben, welche die KI vor sechs Monaten nicht oder nur mäßig erledigen konnte, funktionieren heute sehr gut. Ansätze, die vor einem Jahr noch state of the art waren, sind heute gnadenlos überholt. Diese Schnelllebigkeit wird sich noch weiter steigern und es wird die große Kunst sein, die wirklich relevanten Veränderungen zu erfassen und entsprechen umzusetzen.
Was heißt das für Großunternehmen? Wenn sich die Zukunft (zu) schnell verändert, dann bleibt letztlich nicht viel anderes übrig, als sich möglichst flexibel aufzustellen, um schnell auf neue Technologien reagieren zu können. Großunternehmen sind nicht gut darin, sich flexibel aufzustellen. Große Organisationen machen es erforderlich, in festen Prozessen und Strukturen zu agieren, damit viele kleine Vorgänge stets den gleichen Weg gehen und zu vergleichbaren Ergebnissen führen. Zudem treffen wir in etablierten und über Jahrzehnte gewachsenen Unternehmen auf eine sehr diversifizierte IT-Landschaft. Dieser Umstand führt zu weniger Flexibilität und macht die Anbindung erforderlicher Daten sehr aufwendig.
Eine finale Antwort auf diese Herausforderungen habe ich auch nicht. Wichtig scheint mir, dass die Unternehmen so schnell wie möglich praktische Erfahrungen sammeln und die KI-Revolution als einen fortwährenden Prozess begreifen und nicht als eine einmalige Disruption, die abgearbeitet werden könnte. Interessant dürfte auch die Frage werden, ob es ausreichend ist, die bestehenden Prozesse mit KI zu unterstützen, oder ob nicht vielmehr die Prozesse den Fähigkeiten der KI angepasst werden müssen, um deren volles Potenzial ausschöpfen zu können.
Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich Großunternehmen dieser Herausforderung stellen werden und ich werde berichten, sobald ich weitere Erfahrungen dazu machen durfte.
Nicolai Kruck, im Februar 2026